Praktisk Medicin

Ein klarer, effizienter Workflow für den klinischen Alltag

Redesign·UX/UI·Gesundheitswesen·Live

Kritische medizinische Informationen unter Zeitdruck leicht auffindbar machen. Das Redesign einer 50 Jahre alten klinischen Wissensplattform, die von über 10.000 Fachkräften im Gesundheitswesen genutzt wird.

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Mobile Startseite — schneller Zugriff bei Patientenübergaben
Mobile Krankheitsdetails — Layouts für vertikales Scannen optimiert
Mobile Akademie — Touch-freundliche Elemente im klinischen Maßstab

Rolle

  • Lead Product Designer

Team

  • Redaktion, Engineering, klinische Stakeholder

Tools

  • Figma
  • FigJam (IA-Workshops)
  • Kit für Barrierefreiheits-Annotationen
  • Tabellen für Content-Audits

Zeitraum

  • Mehrmonatiges Projekt (2021)
  • Web · Mobile · Responsiv · Barrierefreiheit zuerst

Überblick

Eine 50 Jahre alte klinische Wissensplattform mit wertvollen Inhalten — doch Ärztinnen und Ärzte unter Zeitdruck fanden sie während der Patientengespräche nicht schnell genug.

Ein klarer, effizienter Workflow für den klinischen Alltag

Praktisk Medicin ist eine klinische Wissensplattform, über die Fachkräfte im Gesundheitswesen täglich auf evidenzbasierte medizinische Informationen zugreifen. Die Arbeit zielte auf bessere Usability, Informationsstruktur und Auffindbarkeit von Inhalten — für schnellere, sicherere Entscheidungen in der klinischen Praxis. Das Briefing: die Plattform neu gestalten und optimieren, damit Ärztinnen und Ärzte im Arbeitsalltag relevante medizinische Informationen schnell und zuverlässig finden.

Herausforderung

Fachkräfte im Gesundheitswesen nutzen Praktisk Medicin in hektischen Umgebungen, in denen Zeit und Genauigkeit entscheidend sind. Die bestehende Experience enthielt viele wertvolle Inhalte, doch sie schnell zu durchsuchen und zu überfliegen war schwierig — besonders während Patientengesprächen. Die zentrale Herausforderung: komplexe medizinische Inhalte — Symptome, Diagnosen, Behandlungen, Quellen — in eine klare, vorhersehbare Struktur zu bringen, die schnelles Finden ermöglicht, ohne zu überfordern.

Meine Rolle: Lead Product Designer

Lead Product Designer — UX-Strategie, IA, mobile Patterns, Barrierefreiheit vom ersten Tag an, validiert mit medizinischen Stakeholdern.

  • UX- & UI-Leitung
  • Informationsarchitektur
  • Mobile-first-Patterns für Arbeit unter Zeitdruck
  • Entscheidungen zur Barrierefreiheit vom ersten Tag an
  • Responsives Design für Web · Mobile · Tablet
  • High-Fidelity-Design + Prototyping

Deliverables

Strategie

  • UX-Strategie
  • Informationsarchitektur
  • Content-Priorisierung
  • Strategie für Barrierefreiheit
  • Responsive Strategie

Design

  • UX-Design
  • UI-Design
  • User Flows
  • Wireframing
  • High-Fidelity-UI
  • Prototyping
  • Responsive Design
  • Einsatz des Design Systems
10.000+Tägliche Nutzer
ÄrzteschaftZielgruppe
Mobile · Tablet · WebGeräte
50 Jahre GeschichteVertrauen

Wirkung

Täglich genutzt von über 10.000 Fachkräften im Gesundheitswesen in ganz Schweden. Mobile Patterns für die Nutzung unter Zeitdruck; Entscheidungen zur Barrierefreiheit, die sich über Tausende Seiten auszahlen.

  • Schnelleres Finden von Informationen während Patientengesprächen dank klarerer Hierarchie und konsistenter UI-Patterns.
  • Mobile-first-Patterns, die unter Zeitdruck bestehen — vertikales Scannen, Touch-freundliche Elemente, starke typografische Hierarchie.
  • Barrierefreiheit hat Schriftgrößen, Farben, Kontraste und Komponentenstruktur vom ersten Tag an geprägt — mit Wirkung über Tausende Seiten.
  • Die Struktur bildet jetzt echte klinische Abläufe ab, validiert mit medizinischen Stakeholdern.

Prozess

Wie ich vorgegangen bin, Schritt für Schritt.

01

Die meistgenutzten Journeys verschlanken

Im Fokus stand, was Ärztinnen und Ärzte täglich tatsächlich tun — nach Erkrankungen suchen, zwischen verwandten Themen navigieren, konkrete Behandlungsempfehlungen abrufen. Starke visuelle Hierarchie, lesbare Typografie und konsistente UI-Patterns, um die kognitive Last zu senken.

Themenseite — konsistente, gut überfliegbare Struktur
02

Zusammenarbeit mit medizinischen Stakeholdern

Ich habe eng mit medizinischen Stakeholdern zusammengearbeitet, damit die Struktur echte klinische Abläufe widerspiegelt. Iteratives Design und Validierung haben die Oberfläche daran ausgerichtet, wie Fachkräfte im Gesundheitswesen in der Praxis denken und arbeiten — nicht nur daran, wie Inhalte redaktionell organisiert sind.

Suche und Durchstöbern der Inhalte
03

Mobile unter Zeitdruck

Mobile Nutzung ist im klinischen Umfeld üblich — Ärztinnen und Ärzte, die zwischen Patienten unterwegs sind und schnell Informationen brauchen. Layouts für vertikales Scannen optimiert, klare Gruppierung der Inhalte, Touch-freundliche Elemente, starke typografische Hierarchie.

Mobile Startseite — schneller Zugriff bei Patientenübergaben
04

Barrierefreiheit als Rahmenbedingung, nicht als Nachgedanke

Barrierefreiheit hat Schriftgrößen, Farben, Kontraste und Komponentenstruktur vom ersten Tag an geprägt — Entscheidungen, die sich über Tausende Seiten redaktioneller Inhalte auszahlen.

Behandlungsempfehlungen — eine Hierarchie, die den klinischen Ablauf respektiert

Entscheidungen

Jedes Design ist eine Reihe von Entscheidungen. Das waren die großen.

05

Meine Abwägungen

Die Optionen, die ich abgewogen habe — und warum ich mich so entschieden habe.

Entscheidung 01

Hierarchische IA mit vorhersehbaren, wiederholbaren Patterns

  • ✕
    Facettensuche als primäres NavigationsmodellStattdessen erwogen

Warum: Ärztinnen und Ärzte unter Zeitdruck schätzen Vorhersehbarkeit mehr als Flexibilität. Facettensuche ist mächtig, aber kognitiv teuer — das falsche Werkzeug, wenn im Patientengespräch Sekunden zählen.

Entscheidung 02

Workflow-orientierte Taxonomie, die abbildet, wie Ärzte denken

  • ✕
    Redaktionelle Taxonomie, die abbildet, wie Inhalte abgelegt wurdenStattdessen erwogen

Warum: Die Organisation der Inhalte sollte dem mentalen Modell der Nutzer entsprechen, nicht dem Ablagesystem der Redaktion. Die Neuordnung nach klinischen Abläufen ließ das Finden selbstverständlich wirken statt nach Suchen.

Entscheidung 03

Mobile = vertikales Scannen + kritische Infos zuerst

  • ✕
    Funktionsgleichheit von Mobile und DesktopStattdessen erwogen

Warum: Die schnelle Nutzung mit dem Smartphone bei Patientenübergaben ist grundlegend anders als die gründliche Recherche am Schreibtisch. Jede Oberfläche für ihren richtigen Kontext zu optimieren ist besser, als eine Oberfläche beides leisten zu lassen.

Design

Die ausgelieferten Screens — und was sich verändert hat.

06

Informationsarchitektur

Vorher: Redaktionelle Taxonomie — Inhalte danach geordnet, wie sie abgelegt wurden, nicht danach, wie Ärzte im Gespräch denken.

Nachher: Workflow-orientierte Taxonomie — die Struktur bildet klinisches Denken ab, Finden wirkt selbstverständlich statt nach Suchen.

Die Organisation der Inhalte sollte dem mentalen Modell der Nutzer entsprechen, nicht dem Ablagesystem der Redaktion.

Workflow-orientierte Taxonomie — die Struktur bildet klinisches Denken ab, Finden wirkt selbstverständlich statt nach Suchen.
07

Mobile Experience

Vorher: Auf Desktop zugeschnittene Seiten auf dem Smartphone — bei Patientenübergaben mühsam zu überfliegen, Barrierefreiheit lückenhaft.

Nachher: Mobile Krankheitsdetails — vertikales Scannen, Touch-freundlich, kritische Infos zuerst, Barrierefreiheit eingebaut.

Die schnelle Nutzung mit dem Smartphone bei Patientenübergaben ist ein anderer Kontext als die gründliche Recherche am Schreibtisch. Beides für seinen echten Moment optimieren.

Mobile Krankheitsdetails — vertikales Scannen, Touch-freundlich, kritische Infos zuerst, Barrierefreiheit eingebaut.
08

Screens

Ein genauerer Blick auf das finale Design.

Mobile Startseite — schneller Zugriff bei Patientenübergaben
Mobile Startseite — schneller Zugriff bei Patientenübergaben
Mobile Krankheitsdetails — Layouts für vertikales Scannen optimiert
Mobile Krankheitsdetails — Layouts für vertikales Scannen optimiert
Mobile Akademie — Touch-freundliche Elemente im klinischen Maßstab
Mobile Akademie — Touch-freundliche Elemente im klinischen Maßstab

Reflexion

Täglich genutzt von über 10.000 Fachkräften im Gesundheitswesen in ganz Schweden. Die Plattform bündelt evidenzbasiertes medizinisches Wissen in einer einzigen, barrierefreien Oberfläche und hilft Ärztinnen und Ärzten, auch unter Zeitdruck fundierte Entscheidungen sicher zu treffen.

09

Wichtigste Erkenntnisse

Lektion 01

In inhaltslastigen Produkten schlägt Informationsarchitektur Dekoration — Vorhersehbarkeit ist ein Feature.

Lektion 02

Früh getroffene Entscheidungen zur Barrierefreiheit zahlen sich über Tausende Seiten Inhalt aus.

Lektion 03

Die Zusammenarbeit mit medizinischen Stakeholdern machte den Unterschied zwischen redaktionell geformten und ärztlich geformten Inhalten.

10

Rückblick

Inhaltslastige Produkte stehen und fallen mit ihrer Informationsarchitektur. Eine hübsche UI auf einer schlechten IA scheitert trotzdem — und genau dort scheitern die meisten klinischen Plattformen. Jedes redaktionelle Produkt würde ich gleich beginnen: mit einem IA-Workshop mit den Stakeholdern, noch vor dem ersten Pixel. Die zweite Erkenntnis: Entscheidungen zur Barrierefreiheit vom ersten Tag an zahlen sich über Tausende Seiten Inhalt aus. Am ersten Tag sind diese Entscheidungen so günstig wie nie wieder.

„Die Zusammenarbeit mit Martin an Healthcare-Projekten für Kunden wie Botox und Pfizer war hervorragend. Er verband starke UX/UI-Expertise mit einem soliden Verständnis für Frontend-Grenzen und sorgte so dafür, dass die Designs nicht nur nutzerzentriert, sondern auch umsetzbar waren.“
AHead of ProductionAdd Health Media AB, Schweden
Nächster CaseMentorship @BrainsterMentoring angehender Designer an der UX/UI Academy von Brainster — Design-Critiques, Portfolio-Entwicklung und Karriereberatung auf Basis echter Produktstandards.Case Study ansehen
Kontakt

martintenovski@hotmail.com

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