Ein klarer, effizienter Workflow für den klinischen Alltag
Redesign·UX/UI·Gesundheitswesen·Live
Kritische medizinische Informationen unter Zeitdruck leicht auffindbar machen. Das Redesign einer 50 Jahre alten klinischen Wissensplattform, die von über 10.000 Fachkräften im Gesundheitswesen genutzt wird.
Web · Mobile · Responsiv · Barrierefreiheit zuerst
Überblick
Eine 50 Jahre alte klinische Wissensplattform mit wertvollen Inhalten — doch Ärztinnen und Ärzte unter Zeitdruck fanden sie während der Patientengespräche nicht schnell genug.
Ein klarer, effizienter Workflow für den klinischen Alltag
Praktisk Medicin ist eine klinische Wissensplattform, über die Fachkräfte im Gesundheitswesen täglich auf evidenzbasierte medizinische Informationen zugreifen. Die Arbeit zielte auf bessere Usability, Informationsstruktur und Auffindbarkeit von Inhalten — für schnellere, sicherere Entscheidungen in der klinischen Praxis. Das Briefing: die Plattform neu gestalten und optimieren, damit Ärztinnen und Ärzte im Arbeitsalltag relevante medizinische Informationen schnell und zuverlässig finden.
Herausforderung
Fachkräfte im Gesundheitswesen nutzen Praktisk Medicin in hektischen Umgebungen, in denen Zeit und Genauigkeit entscheidend sind. Die bestehende Experience enthielt viele wertvolle Inhalte, doch sie schnell zu durchsuchen und zu überfliegen war schwierig — besonders während Patientengesprächen. Die zentrale Herausforderung: komplexe medizinische Inhalte — Symptome, Diagnosen, Behandlungen, Quellen — in eine klare, vorhersehbare Struktur zu bringen, die schnelles Finden ermöglicht, ohne zu überfordern.
Meine Rolle: Lead Product Designer
Lead Product Designer — UX-Strategie, IA, mobile Patterns, Barrierefreiheit vom ersten Tag an, validiert mit medizinischen Stakeholdern.
UX- & UI-Leitung
Informationsarchitektur
Mobile-first-Patterns für Arbeit unter Zeitdruck
Entscheidungen zur Barrierefreiheit vom ersten Tag an
Responsives Design für Web · Mobile · Tablet
High-Fidelity-Design + Prototyping
Deliverables
Strategie
UX-Strategie
Informationsarchitektur
Content-Priorisierung
Strategie für Barrierefreiheit
Responsive Strategie
Design
UX-Design
UI-Design
User Flows
Wireframing
High-Fidelity-UI
Prototyping
Responsive Design
Einsatz des Design Systems
10.000+Tägliche Nutzer
ÄrzteschaftZielgruppe
Mobile · Tablet · WebGeräte
50 Jahre GeschichteVertrauen
Wirkung
Täglich genutzt von über 10.000 Fachkräften im Gesundheitswesen in ganz Schweden. Mobile Patterns für die Nutzung unter Zeitdruck; Entscheidungen zur Barrierefreiheit, die sich über Tausende Seiten auszahlen.
Schnelleres Finden von Informationen während Patientengesprächen dank klarerer Hierarchie und konsistenter UI-Patterns.
Mobile-first-Patterns, die unter Zeitdruck bestehen — vertikales Scannen, Touch-freundliche Elemente, starke typografische Hierarchie.
Barrierefreiheit hat Schriftgrößen, Farben, Kontraste und Komponentenstruktur vom ersten Tag an geprägt — mit Wirkung über Tausende Seiten.
Die Struktur bildet jetzt echte klinische Abläufe ab, validiert mit medizinischen Stakeholdern.
Prozess
Wie ich vorgegangen bin, Schritt für Schritt.
01
Die meistgenutzten Journeys verschlanken
Im Fokus stand, was Ärztinnen und Ärzte täglich tatsächlich tun — nach Erkrankungen suchen, zwischen verwandten Themen navigieren, konkrete Behandlungsempfehlungen abrufen. Starke visuelle Hierarchie, lesbare Typografie und konsistente UI-Patterns, um die kognitive Last zu senken.
02
Zusammenarbeit mit medizinischen Stakeholdern
Ich habe eng mit medizinischen Stakeholdern zusammengearbeitet, damit die Struktur echte klinische Abläufe widerspiegelt. Iteratives Design und Validierung haben die Oberfläche daran ausgerichtet, wie Fachkräfte im Gesundheitswesen in der Praxis denken und arbeiten — nicht nur daran, wie Inhalte redaktionell organisiert sind.
03
Mobile unter Zeitdruck
Mobile Nutzung ist im klinischen Umfeld üblich — Ärztinnen und Ärzte, die zwischen Patienten unterwegs sind und schnell Informationen brauchen. Layouts für vertikales Scannen optimiert, klare Gruppierung der Inhalte, Touch-freundliche Elemente, starke typografische Hierarchie.
04
Barrierefreiheit als Rahmenbedingung, nicht als Nachgedanke
Barrierefreiheit hat Schriftgrößen, Farben, Kontraste und Komponentenstruktur vom ersten Tag an geprägt — Entscheidungen, die sich über Tausende Seiten redaktioneller Inhalte auszahlen.
Entscheidungen
Jedes Design ist eine Reihe von Entscheidungen. Das waren die großen.
05
Meine Abwägungen
Die Optionen, die ich abgewogen habe — und warum ich mich so entschieden habe.
Entscheidung 01
Hierarchische IA mit vorhersehbaren, wiederholbaren Patterns
✕
Facettensuche als primäres NavigationsmodellStattdessen erwogen
Warum: Ärztinnen und Ärzte unter Zeitdruck schätzen Vorhersehbarkeit mehr als Flexibilität. Facettensuche ist mächtig, aber kognitiv teuer — das falsche Werkzeug, wenn im Patientengespräch Sekunden zählen.
Entscheidung 02
Workflow-orientierte Taxonomie, die abbildet, wie Ärzte denken
✕
Redaktionelle Taxonomie, die abbildet, wie Inhalte abgelegt wurdenStattdessen erwogen
Warum: Die Organisation der Inhalte sollte dem mentalen Modell der Nutzer entsprechen, nicht dem Ablagesystem der Redaktion. Die Neuordnung nach klinischen Abläufen ließ das Finden selbstverständlich wirken statt nach Suchen.
Entscheidung 03
Mobile = vertikales Scannen + kritische Infos zuerst
✕
Funktionsgleichheit von Mobile und DesktopStattdessen erwogen
Warum: Die schnelle Nutzung mit dem Smartphone bei Patientenübergaben ist grundlegend anders als die gründliche Recherche am Schreibtisch. Jede Oberfläche für ihren richtigen Kontext zu optimieren ist besser, als eine Oberfläche beides leisten zu lassen.
Design
Die ausgelieferten Screens — und was sich verändert hat.
06
Informationsarchitektur
Vorher: Redaktionelle Taxonomie — Inhalte danach geordnet, wie sie abgelegt wurden, nicht danach, wie Ärzte im Gespräch denken.
Nachher: Workflow-orientierte Taxonomie — die Struktur bildet klinisches Denken ab, Finden wirkt selbstverständlich statt nach Suchen.
Die Organisation der Inhalte sollte dem mentalen Modell der Nutzer entsprechen, nicht dem Ablagesystem der Redaktion.
07
Mobile Experience
Vorher: Auf Desktop zugeschnittene Seiten auf dem Smartphone — bei Patientenübergaben mühsam zu überfliegen, Barrierefreiheit lückenhaft.
Die schnelle Nutzung mit dem Smartphone bei Patientenübergaben ist ein anderer Kontext als die gründliche Recherche am Schreibtisch. Beides für seinen echten Moment optimieren.
08
Screens
Ein genauerer Blick auf das finale Design.
Themenseite — konsistente, gut überfliegbare StrukturSuche und Durchstöbern der InhalteBehandlungsempfehlungen — eine Hierarchie, die den klinischen Ablauf respektiert
Mobile Startseite — schneller Zugriff bei Patientenübergaben
Mobile Krankheitsdetails — Layouts für vertikales Scannen optimiert
Mobile Akademie — Touch-freundliche Elemente im klinischen Maßstab
Reflexion
Täglich genutzt von über 10.000 Fachkräften im Gesundheitswesen in ganz Schweden. Die Plattform bündelt evidenzbasiertes medizinisches Wissen in einer einzigen, barrierefreien Oberfläche und hilft Ärztinnen und Ärzten, auch unter Zeitdruck fundierte Entscheidungen sicher zu treffen.
09
Wichtigste Erkenntnisse
Lektion 01
In inhaltslastigen Produkten schlägt Informationsarchitektur Dekoration — Vorhersehbarkeit ist ein Feature.
Lektion 02
Früh getroffene Entscheidungen zur Barrierefreiheit zahlen sich über Tausende Seiten Inhalt aus.
Lektion 03
Die Zusammenarbeit mit medizinischen Stakeholdern machte den Unterschied zwischen redaktionell geformten und ärztlich geformten Inhalten.
10
Rückblick
Inhaltslastige Produkte stehen und fallen mit ihrer Informationsarchitektur. Eine hübsche UI auf einer schlechten IA scheitert trotzdem — und genau dort scheitern die meisten klinischen Plattformen. Jedes redaktionelle Produkt würde ich gleich beginnen: mit einem IA-Workshop mit den Stakeholdern, noch vor dem ersten Pixel. Die zweite Erkenntnis: Entscheidungen zur Barrierefreiheit vom ersten Tag an zahlen sich über Tausende Seiten Inhalt aus. Am ersten Tag sind diese Entscheidungen so günstig wie nie wieder.
„Die Zusammenarbeit mit Martin an Healthcare-Projekten für Kunden wie Botox und Pfizer war hervorragend. Er verband starke UX/UI-Expertise mit einem soliden Verständnis für Frontend-Grenzen und sorgte so dafür, dass die Designs nicht nur nutzerzentriert, sondern auch umsetzbar waren.“